The O.C. California
Eine Serie, die 2003 anlief und vier Staffeln lang lief, hat das Bild geprägt, das die halbe Welt von der kalifornischen Küste hat — den Ort, den Look und den...
Eine Serie, die 2003 anlief und vier Staffeln lang lief, hat das Bild geprägt, das die halbe Welt von der kalifornischen Küste hat — den Ort, den Look und den...
Eine Serie, die 2003 anlief und vier Staffeln lang lief, hat das Bild geprägt, das die halbe Welt von der kalifornischen Küste hat — den Ort, den Look und den Sound. Das Merkwürdige daran: Gedreht wurde sie fast nie dort.
The O.C. erzählte von reichen Familien in Newport Beach, Orange County — Strandhäuser, Pools, mühelos schönes Geld, und mittendrin ein Junge von der falschen Seite, durch dessen Augen man diese Welt sah. Erfunden hatte sie Josh Schwartz, damals Mitte zwanzig und einer der jüngsten Menschen, die je eine solche Serie fürs amerikanische Fernsehen schufen. Sie lief von 2003 bis 2007, und ihr Einfluss überlebte ihre Einschaltquoten bei Weitem.
Entscheidend ist, was sie in Wahrheit war: keine Dokumentation eines Ortes, sondern die Erfindung eines Bildes. Das Newport der Serie wurde größtenteils gar nicht in Newport gedreht, sondern in Los Angeles, in Redondo und Manhattan Beach, auf Studiogeländen. Was Millionen für „Orange County" hielten, war eine sorgfältig gebaute Fantasie — heller, reicher, entspannter, als der echte, ruhigere Ort es je war.
Ein guter Teil dieser Geschichte lief über die Kleidung. Der Außenseiter kam im schlichten weißen Unterhemd und der Lederjacke — Herkunft, in einem einzigen Bild lesbar. Die Kinder aus Newport trugen ein mühelos teures Casual, das nach Geld aussah, ohne ein Logo zu brauchen. Und der Nerd der Serie machte aus Band-Shirts, Kapuzenpullis und der Weigerung, sich anzustrengen, etwas plötzlich Begehrenswertes. Das Kostümbild sagte in Sekunden, wer dazugehörte und wer nicht — und brachte einer ganzen Generation bei, Küstenwohlstand an Zurückhaltung zu lesen statt an Marken. Dass diese „Mühelosigkeit" in Wahrheit sorgfältig gestaltete Mühe war, ist der ganze Punkt.
Dazu kam die Musik. Die Serie spielte Bands, die sonst niemand im Fernsehen spielte — sie machte aus Indie-Musik den Soundtrack eines Lebensgefühls und aus dem Lebensgefühl ein Verkaufsargument. Wer in diesen Jahren jung war, hat sein Bild von kalifornischer Küste, kühlem Geld und der richtigen Musik zu einem guten Teil aus dieser einen Serie.
Sie gehört in diese Welt, weil sie eine ihrer Quellen ist — nicht der Ort, sondern das Bild vom Ort. Wie bei Slim Aarons lohnt es, das zu wissen: Vieles, was sich anfühlt wie „diese Küste", wurde zuerst inszeniert, angezogen, geschnitten und mit dem richtigen Song unterlegt. Das macht das Gefühl nicht falsch. Es macht nur klar, dass jemand es gebaut hat.
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